Mittwoch, 7. Januar 2015

Mit den Füßen im Atlantik, der Teide bei Sonnenaufgang und Weihnachtskekse.

Zuerst einmal wünsche ich euch allen ein frohes neues Jahr!
Ich hoffe, ihr hattet schöne Feiertage und einen tollen Jahreswechsel.

Ich habe es tatsächlich den ganzen Dezember nicht einmal geschafft, hier etwas zu schreiben, deshalb bin ich euch definitiv noch einiges an Berichten und Bildern schuldig. Das könnte also mal wieder ein etwas längerer Post werden.

Am Ende des letzten Eintrags hatte ich ja erzählt, dass Sofia Anfang Dezember Besuch von einer Freundin bekam, weshalb wir einiges geplant hatten. Leider konnten wir vieles nicht in die Tat umsetzen, weil das Wetter einfach immer noch unberechenbar (und meistens einfach zu schlecht) war. Es war trotzdem eine ereignisreiche Woche und wir haben jeden Sonnenstrahl ausgenutzt.
Am Sonntag (7.12.) war das Wetter richtig gut (jedenfalls vormittags), deshalb sind wir zum Playa Jardin gelaufen, der bei uns ganz in der Nähe ist. Es war zwar warm und sonnig, aber durch den starken Wind, spielte der Atlantik mal wieder total verrückt. Ich wollte aber trotzdem endlich meine Füße in's Wasser stecken - ist ja kaum zu glauben, dass ich nach über einem Monat, immer noch nicht im Meer war! 






Meine Hose war leider nicht die beste Wahl - ich hatte die Wellen etwas unterschätzt.

Am Mittwochabend (10.12.) haben wir dann einige Autovermietungen in unserem Ort abgeklappert und schließlich eine gefunden, die noch ein Auto für uns hatte, dass wir günstig für den nächsten Tag mieten konnten. Wir haben den Wagen schon am Abend bekommen, da wir am Donnerstag noch vor dem Sonnenaufgang zum Teide fahren wollten.
Wir haben uns am Donnerstag um 6:15 Uhr auf den Weg gemacht und haben uns im dunkeln den Berg hoch geschlängelt. Leider haben wir den Weg doch etwas unterschätzt und waren noch nicht ganz am Teide National Park, als die Sonne aufging. Trotzdem war es wirklich wunderschön, den Sonnenaufgang von weiter oben zu sehen. Wir haben immer mal zwischendurch angehalten, um Fotos zu machen und man merkte deutlich, wie es immer kälter wurde. Als wir dann schließlich am National Park ankamen, waren es an die 0° und wir haben alles angezogen, was wir dabei hatten. Wir hatten uns vorher zwei Wanderwege ausgesucht, die auf einen Nachbarberg vom Teide führten. Auf den Teide konnte man aufgrund der Unwetter leider nicht.












Der Teide National Park ist wirklich super schön! Man vergisst beinahe, dass man auf einer spanischen Insel ist, denn es sieht eher so aus, als wäre man in Australien, oder den USA (jedenfalls stelle ich es mir dort so vor).
Ich hatte leider totale Probleme mit der Höhe und der dünnen Luft. Dadurch bekam ich solche Atem- und Kreislaufbeschwerden, dass ich nur den einen Weg mitlaufen konnte (der Zweite ging nämlich noch weiter nach oben). Ich bin dann auf halber Höhe sitzen geblieben und habe auf die anderen gewartet. Zum Glück schien die Sonne, wodurch es auch nicht mehr so kalt war. Ich habe mich also etwas über den Wolken (s. zweites Bild) gesonnt.







Auf dem Rückweg sind wir dann noch direkt an den Fuß des Teides gefahren, um ihn wenigstens einmal "anzufassen".
Als wir dann wieder nach unten fuhren, kamen auf langsam die Wolken und das schlechte Wetter. Ich finde es immernoch seltsam, dass das Wetter dort oben so super war und die Wolken erst später hinauf zogen. Von unten sieht es nämlich immer so aus, als kommen die Wolken vom Teide. Es kann natürlich auch sein, dass das unterschiedlich ist.

Am Sonntag (14.12.) haben wir uns dann einen vorweihnachtlichen Tag gemacht. Wir haben ganz viele Kekse gebacken und genascht und Weihnachtsfilme geschaut.




Jetzt ist es tatsächlich nur noch ein Monat, bis das Praktikum vorbei ist. vom 9. bis zum 16.1. und vom 19. - 25.1. bekomme ich Besuch und am 30. Januar geht es dann schon wieder zurück nach Deutschland. Ich glaube, die letzten Wochen werden rasend schnell umgehen, besonders weil ich so viel vor habe. 
Ich kann nicht versprechen, dass ich es schaffe, alles direkt zu berichten, aber es wird auf jeden Fall noch mindestens ein Eintrag kommen - egal, ob von Teneriffa, oder dann Ende Januar von Deutschland aus.

Donnerstag, 27. November 2014

Kanarischer "Winter".

Ich weiß, ich bin mal wieder ziemlich schlecht im regelmäßigen schreiben, allerdings gab es in letzter Zeit auch nicht viel zu berichten. Im Moment kann ich nämlich leider echt nicht mehr angeben und erzählen, wie toll es hier ist - jedenfalls nicht wettermäßig. Es hatte ja schon am Anfang ein paar mal geregnet, aber die Sonne hatte das immer ganz gut ausgeglichen - bis letzte Woche jedenfalls. Am Montag hieß es in der Schule, dass am Dienstag eventuell der Unterricht ausfällt, da ein Unwetter angesagt war, bei dem es sogar zu Stromausfällen kommen könnte. Wir machten also nach der Arbeit einen Großeinkauf und beeilten uns, nach Hause zu kommen. Wir hatten sogar Kerzen gekauft, falls es wirklich zum Stromausfall kommen sollte. Im Endeffekt hat es zwar ziemlich doll geregnet und war windig, aber wir hatten die ganze Zeit Strom und mussten auch am Dienstag zur Arbeit. Das war der schlimmste Tag bisher. Eigentlich wäre er ziemlich entspannt gewesen, da nur ca. die Hälfte der Kinder anwesend waren (die Spanier schieben immer ziemliche Panik, wenn es regnet), aber wir sind auf dem Weg zur Schule so nass geworden, dass wir den ganzen Tag gefroren haben. Das frieren hat dann irgendwie nicht mehr aufgehört und das schlechte Wetter leider auch nicht. Es regnet zwar nicht jeden Tag, aber die Sonne sieht man eher selten und es ist auch nicht mehr so warm. Obwohl ich mir ehrlich gesagt nicht so sicher bin, ob es wirklich kalt ist, oder ob ich mich einfach schon an die Temperaturen gewöhnt habe. Wir haben natürlich immer noch um die 20°, aber ich laufe die meiste Zeit mit meinem dicken Pullover herum (in der Schule ist es aber wirklich immer super kalt - danach kommt es einem draußen wieder etwas wärmer vor).
Also gibt es heute leider keine sonnigen, neidisch machenden Bilder, sondern graue, kalte, nasse Regenfotos.




Auch der Teide war in letzter Zeit immer in einer dicken, grauen Wolkendecke versteckt. Als wir am Montagmorgen aus unserem Apartment kamen, war der Himmel zum ersten Mal wieder klar und wir staunten nicht schlecht: Der Teide war komplett weiß!



Es hatte dort oben wohl irgendwann während des Unwetters geschneit. Schon irgendwie witzig, dass ihr in Deutschland total milde Temperaturen habt und hier auf Teneriffa liegt tatsächlich Schnee. Ich hoffe ja, dass ich dort noch hin komme - ich habe so Lust auf richtigen Winter! Allerdings werde ich wahrscheinlich erfrieren, weil ich natürlich keine Wintersachen eingepackt habe.

Es wird so langsam auch etwas weihnachtlich in Puerto de la Cruz. Die Weihnachtssüßigkeiten stehen hier natürlich auch schon seit wir da sind in den Supermärkten, aber ansonsten hatte man nicht das Gefühl, dass wir beinahe Dezember haben. Seit zwei Tagen hängen nun aber endlich Weihnachtsdekorationen in den Straßen. Leider sind sie noch nicht beleuchtet - vielleicht warten sie damit noch bis Dezember, oder bis zum 1. Advent.






Wir waren heute unterwegs, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen und ich habe auch schon ein paar schöne Dinge gefunden.

Morgen kommt eine Freundin von Sofia für 10 Tage zu besuch, deshalb haben wir in der nächsten Zeit einiges geplant. Ich hoffe nur, dass das Wetter mitspielt - dann habe ich bald auch wieder mehr zu berichten.

Sonntag, 16. November 2014

Santa Cruz, Sonnenuntergang am Meer und die Vorzüge eines Pools auf dem Dach.

Am Freitag Nachmittag sind wir wieder nach Santa Cruz zu den anderen aus unserer Klasse gefahren. Der Plan war, dass wir dort abends zusammen feiern gehen und uns am nächsten Tag die Stadt endlich auch mal im Hellen ansehen.
Bis um ca 1 Uhr haben wir gemütlich zusammen gesessen, bevor wir uns auf den Weg in die Innenstadt machten und dort in einer Barstraße landeten. Wir haben dort durch Zufall auch einen kleinen Club gefunden - naja, eigentlich war es eher eine Bar, in der man auch tanzen konnte. Sie ging aber über zwei Stockwerke und war echt ganz cool. Dort durfte man allerdings nicht mit Turnschuhen rein (eine von uns hatte welche an), aber wir haben den Türsteher überreden können, uns trotzdem reinzulassen. Es war auf jeden Fall ein guter Abend!


Nach dem Ausschlafen sind wir dann Mittags in die Stadt gegangen, um etwas zu shoppen. Bei uns in Puerto gibt es ja eher kleine Ramschläden, deshalb war es tatsächlich das erste mal, dass ich mir etwas "außer der Reihe" gekauft habe. Santa Cruz ist wirklich toll zum einkaufen (es gibt dort z.B. Stradivarius, Bershka, Pull&Bear...) und wir sind alle fündig geworden.
Wir waren tatsächlich ganze fünf Stunden unterwegs und danach mussten Sofia und ich noch den langen Weg zurück nach Puerto. Als wir endlich in unserem Apartment angekommen sind, waren wir totmüde und haben nur noch etwas gegessen und einen Film geschaut.

Heute war dann wieder richtig schönes Wetter und wir haben den größten Teil des Tages am Pool verbracht. Gegen 18 Uhr haben wir uns dann noch auf den Weg an's Meer gemacht, um uns den Sonnenuntergang anzuschauen.










Habe ich schon erwähnt, wie toll es ist, einen Pool auf dem Dach zu haben? Ja, ich weiß, ich sollte nicht so angeben - aber ganz im Ernst: Ich glaube, den Pool werde ich mit am meisten vermissen, wenn ich wieder zu Hause bin. Er dient zum Beispiel auch super als Fitnessstudio Ersatz: Ich habe es mir angewöhnt, jeden Tag schwimmen zu gehen und das tut wirklich total gut. Meistens gehe ich so gegen halb sechs und sechs nach oben und schwimme dann sozusagen in den Sonnenuntergang. Das ist einfach unglaublich schön.





Es war wirklich ein tolles Wochenende. Leider soll es die nächsten Tage regnen, aber da müssen wir ja eh arbeiten, deshalb ist das nicht ganz so schlimm. Ich will ja nicht meckern - das wäre schließlich auch meckern auf hohem Niveau ;)

Donnerstag, 13. November 2014

Atlantik, Berge und seltsame Wolken.

Letzte Woche Samstag haben wir unseren ersten Ausflug gemacht. Wir sind Vormittags in den Bus gestiegen, mit dem wir auch immer zur Arbeit fahren und sind bis zur Endstation drinnen geblieben. Die Straße schlängelte sich am unteren Teil des Berges entlang und man hatte die ganze Zeit einen perfekten Blick auf den Atlantik und tausende von Bananenfeldern. Das war definitiv die schönste Busfahrt, die ich bisher hatte. Wir fuhren bis zur nord-westlichsten Ecke Teneriffas - dort liegt das Städtchen Buenavista. Wir hatten gelesen, es solle dort schöne Ecken im Dorf und einen tollen Wanderweg am Atlantik geben.
Eigentlich waren wir ziemlich schlecht vorbereitet, denn wir hatten weder eine Karte, noch eine genaue Ahnung, wo wir hin mussten. Die Info im Ort war leider auch geschlossen, deshalb sind wir einfach auf gut Glück Richtung Wasser gelaufen. Berg auf und Berg ab, vorbei an weiteren Bananenfeldern, fanden wir uns irgendwann an einer Art Aussichtspunkt wieder. Dort legten wir ein kleines Picknick, mit Blick auf eine kleine, blaue Bucht und den restlichen Atlantik, ein.






Der Weg führte dann weiter, an einem großen Golfplatz vorbei, wo Sofia sogar einen verlorenen Golfball gefunden hat. Es ging die ganze Zeit auf und ab, was wirklich ziemlich anstrengend war, aber die Aussicht hat das einfach entschädigt. Irgendwann kam dann sogar noch die Sonne raus, denn vorher war es eher bewölkt. Wir haben auf unserem Weg mindestens 50 Geckos gesehen. Die saßen immer auf den kleinen Mauern, die den Weg umrahmten und flitzten schnell weg, wenn man ihnen zu nahe kam.


Der ganze Weg war einfach unglaublich schön und beeindruckend! Ich bin ja sowieso ziemlich leicht vom Meer zu beeindrucken - denn das ist meiner Meinung nach eigentlich immer schön - aber dort war es wirklich ganz besonders toll.
















Der Rückweg war dann zwar super sonnig, aber auch nochmal super anstrengend, weil es fast nur bergauf ging. Das ist ganz schön ungewohnt, wenn man aus dem flachen Norddeutschland kommt und dann auf einmal überall Berge hoch und runter laufen muss. Aber ich kann mich gar nicht an dem Blick sattsehen, wenn der Teide komplett zu sehen ist. Meistens ist die Spitze nämlich von Wolken umgeben, auch wenn der Himmel sonst frei ist. Aber es ist einfach toll, wenn man nach rechts guckt und die riesigen Wellen des Atlantiks sieht, sich dann nach links dreht, wo die ganzen Städte nach oben laufen und hinter ihnen der Vulkan hervorragt.
Mir ist außerdem aufgefallen, dass die Wolken hier manchmal total seltsam aussehen, fast so, als wären sie eine Decke, in die jemand in die Mitte ein Loch geschnitten hat.


Auf dem Bild sieht man natürlich nur ein Stück, aber dieser seltsame Rand zieht sich einmal um die Insel (jedenfalls so weit wie ich es sehen kann).

Ich werde bald noch einen Eintrag zu meinem Schulalltag schreiben, aber das wird sonst alles zu lang hier ;)